Untersuchung der Halswirbelsäule

Wie bei allen Untersuchungen gehört auch zur Untersuchung der Halswirbelsäule eine Anamnese, im Notfallbereich auch eine Fremdanamnese, zum Beispiel zum Hergang eines Autounfalls. Typische Beschwerden bei Auffahrunfällen, dem so genannten Schleudertrauma, sind Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schwindel und Übelkeit.

Bei Fremdverschulden steht dem Geschädigten Schmerzensgeld zu. In besonders leichten Fällen wird gern die Kausalität bzw. auch das Ausmaß der Schmerzen bestritten und es kann zu Gerichtsverfahren kommen. Grenzwerte der Verletzungswahrscheinlichkeit nach Auffahrunfällen sind bekannt.[2] Ein signifikanter Anteil von Probanden klagt nach simulierten Auffahrunfällen, bei denen der Pkw nur vermeintlich, tatsächlich aber gar nicht beschleunigt wurde, über Beschwerden (der Begriff „Verletzungen“ wird von Medizinern in diesem Zusammenhang vermieden) im Bereich der Halswirbelsäule, die einige Tage andauern können. Offensichtlich erwartet man Schmerzen und sie stellen sich auch ein.[3]

Bei Verdacht auf eine Fraktur der Halswirbel ist eine starre HWS-Schiene anzulegen und Untersuchungen wie Palpation (Betasten) auf abnorme Beweglichkeit, Krepitationen oder Stufen zu unterlassen, da die Gefahr einer Rückenmarksverletzung besteht. Rückenmarksläsionen führen – je nach Höhe und Schwere – zu Taubheitsgefühl und Lähmungen in Armen, am Rumpf und bei hohen Querschnitten zur Lähmung des Zwerchfells und somit der Atmung. Während früher zur Untersuchung der Halswirbelsäule nach Traumen ein Röntgen in vier Ebenen der Halswirbelsäule veranlasst wurde, sind heute Computertomografie und Magnetresonanztomografie Mittel der Wahl.

Bei seltenen degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule werden neurologische Untersuchungen durchgeführt, das Blut auf Hinweise einer Erkrankung des rheumatoiden Formenkreises untersucht und bei Osteoporose oder Verdacht auf Tumoren eine Knochenszintigrafie oder eine Computertomografie durchgeführt.