Geburtsschmerz

Erfahren Sie mehr über Geburtsschmerz. Der Geburtsschmerz wird in der Eröffnungsperiode durch Dehnung von Zervix und unteren Uterussegmenten unter gleichzeitiger isometrischer Kontraktion des Uterus hervorgerufen. Er ist ein Nozizeptorschmerz, bei dem die Erregung der Nozizeptoren teilweise durch eine Ischämie verursacht wird. Die in den Nozizeptoren entstandenen Impulse werden über afferente C-Fasern aus Zervix und unteren Uterussegmenten sowie über afferente Aδ- und C-Fasern aus Becken, Beckenorganen und Perineum in das Rückenmark geleitet. In der Eröffnungsperiode wird der Schmerz auf die Dermatome T10 und L1 übertragen. Er breitet sich in der Austreibungsperiode auf die benachbarten Dermatome T10 und L1 aus und wird schließlich auch auf die Dermatome S2–4 übertragen. Der Geburtsschmerz führt zu einer verminderten Sauerstoffsättigung im Blut der Gebärenden und des Feten und verursacht über eine Aktivierung des Sympathikus eine u.U. gefährliche Steigerung der Herzleistung bei der Mutter sowie Übelkeit, Erbrechen, Ileus und Oligurie. Die ungünstigen Auswirkungen des Geburtsschmerzes lassen sich durch Nervenblockaden und Epiduralanästhesie sowie geeignete Maßnahmen zur Unterdrückung der Angst verhindern.